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Baas en Klaas
• • • • • (bewertet mit 4 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 500 REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Schande. SPIEGEL-Edition Band 14 (Gebundene Ausgabe) ... Herr und Knecht;
Die Geschichte der hingenommenen Schande in Südafrikas Post-Ära der Apartheid erzählt uns vom Literaturprofessor David Lurie und seiner Tochter Lucy. Während der Professor - ein Mann in den Fünfzigern - seine Universitätsstelle in Kapstadt mit einer leichtfertigen Affäre zur Studentin Miriam aufs Spiel setzt, sein Vergehen in der Anhörung offen bekennt ohne wirklich Stellung zu nehmen und der sozialen Ausgrenzung ins offene Messer läuft, führt seine Tochter ihr Leben auf einer Farm im Eastern Cap, von ihrer Lebensgefährtin getrennt, umgeben von fleißigen, aufstrebenden Schwarzen. Sind beide von ihrer Lebenseinstellung auch sehr unterschiedlich, verbindet sie doch die Schande, die sie sich unangefochten zu tragen aufgebürdet haben - David Lurie im Bekenntnis seiner Affäre und Rückzug aus seinem gewohnten Lebensumfeld - Lucy Lurie im Schweigen zur Vergewaltigung durch drei Schwarze, die sie im eigenen Haus überfallen haben und ihrer anschließenden Unterwerfung. Dennoch wird sie das fehlende Verständnis für die Handlungen des anderen erneut voneinander entfernen.
Ich möchte mir nicht anmaßen, eine Meinung über das Handeln der beiden Hauptdarsteller zu bilden. Diese Situation verstehen zu können, fordert voraussichtlich das Erleben Südafrikas und ihrer politischen Situation. Dennoch ist der Fortlauf der Geschichte und die Unfähigkeit, eine Wende herbeizuführen Furcht erregend - am erschreckensten die selbstverständliche Beschreibung des Geschehens, das mir das Gefühl des eigenen, feigen Mitansehens hinterlässt.
Ein düsterer und tragischer Roman in definitiv berührender Ausführung, die in vollem Ausmaß trifft, je länger man darüber nachdenkt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 10. Dezember 2006 |