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Beeindruckende Biographie
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen Rezension bezieht sich auf: Der lange Weg zur Freiheit. SPIEGEL-Edition Band 7 (Gebundene Ausgabe) Wenn der durchschnittlich politikinteressierte Laie den Namen Nelson Mandela hört, fallen ihm in der Regel nur die allseits bekannten Eckdaten ein: Langer Kampf gegen die Apartheid und die rassistische Regierung Südafrikas, für den er beinahe 30 Jahre im Gefängnis verbracht hat, danach Präsidentschaft und der Friedensnobelpreis dafür, dass er trotz seiner persönlichen Leiden auf den Dialog und die Versöhnung zwischen den Schwarzen und den Weißen setzt.
In seiner Autobiographie gewährt der Staatsmann zudem Einblicke in die Hintergründe der politischen Entwicklung Südafrikas. Der Leser kann sich ein Bild von der persönlichen Entwicklung Mandelas machen und von den Beweggründen eines Mannes, der nicht von Kindesbeinen an zum Revolutionär erzogen wurde, sondern der erst nach und nach erkennt, dass er trotz seiner eigenen erfolgreichen Karriere als Anwalt nicht die Augen verschließen kann vor der Ungerechtigkeit und der diskriminierenden Politik seines Landes. Besonders die Konsequenz, mit der Mandela und andere ihr eigenes Leben dem Kampf für die Freiheit geopfert haben, ist beeindruckend. Darüber hinaus sind vor allem die Insider-Informationen zu den politischen Ereignissen in der Partei Mandelas und in seinem privaten Umfeld für den Leser interessant.
Kritisch ist anzumerken, dass auch in der Biographie immer wieder der Politiker Mandela durchkommt, was eine subjektive Färbung bei der Darstellung der politischen Konflikte zur Folge hat, so etwa, wenn Mandela bei den Beschreibungen der Polizeiinterventionen immer wieder betont, wie viele Frauen und Kinder dabei zu Schaden gekommen sind, während die Opfer eigener Anschläge mehr oder weniger als Kollateralschäden deklariert werden. In diesem Fall wäre mehr Neutralität und sachliche Darstellung sicherlich wünschenswert, vor allem, weil auch durch die objektive Schilderung der Tatsachen deutlich wird, wie unmenschlich die südafrikanische Regierung gegen das Streben der schwarzen Bevölkerung nach Gleichberechtigung vorgegangen ist.
Nichtsdestotrotz bleibt festzuhalten, dass es sich bei dem Buch um die gelungene Biographie eines beeindruckenden Mannes handelt.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 23. Oktober 2006 | | |
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